So funktioniert halle-crime.de
- Quelle: öffentliche Pressemitteilungen der
Polizeiinspektion Halle (Saale)
(Polizei Sachsen-Anhalt). Abruf stündlich zwischen 7 und 19 Uhr;
jede Meldung wird genau einmal verarbeitet.
- Auswertung per KI: Ein Sprachmodell
(Anthropic Claude) liest jeden Bericht und extrahiert strukturiert:
Vorfallsart (15 feste Kategorien), Ort, Tatzeit bzw. Tatzeitraum und
eine kurze Zusammenfassung. Es werden nur Vorfälle aus der
kreisfreien Stadt Halle übernommen.
- Geokodierung: Die Ortsangabe wird über
OpenStreetMap/Nominatim in Koordinaten und einen Stadtteil übersetzt
(auf das Stadtgebiet begrenzt).
- Darstellung: Karte (Einzelfälle, Filter,
Heatmap) und Analysen (Zeitmuster, Trends) – die Statistik-Aggregate
werden täglich neu berechnet.
Es werden keine eigenen Daten erhoben und keine Personen identifiziert –
verarbeitet wird ausschließlich, was die Polizei selbst veröffentlicht.
Verbindlich ist allein die jeweilige Originalmeldung (in jedem
Karten-Popup verlinkt).
Hellfeld & Dunkelfeld: Was diese Seite zeigt – und was nicht
Zwischen dieser Karte und „der Kriminalität in Halle" liegen
zwei Filter:
- Filter 1 – das Hellfeld: Die Polizei kann nur
registrieren, was angezeigt oder entdeckt wird. Die amtliche
Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst ausdrücklich nur
„bekannt gewordene" Straftaten. Wie groß der unbekannte Rest
(das Dunkelfeld) ist, untersucht das Bundeskriminalamt mit
regelmäßigen Opferbefragungen – zuletzt SKiD
(„Sicherheit und Kriminalität in Deutschland", Wellen 2020 und 2024).
Ergebnis: Ein erheblicher Teil der Straftaten wird nie angezeigt, und
das Anzeigeverhalten unterscheidet sich stark je nach Delikt.
- Filter 2 – die Pressestelle: Diese Seite sieht
wiederum nur die Auswahl, die die Pressestelle aus dem
Hellfeld veröffentlicht. Welche Fälle berichtenswert sind, entscheidet
die Polizei – spektakuläre Delikte sind dabei mutmaßlich über-,
Massendelikte wie Fahrraddiebstahl unterrepräsentiert.
Deshalb gilt: Diese Seite zeigt Muster der
veröffentlichten Polizeimeldungen. Sie taugt nicht als Maßstab
dafür, wie sicher oder unsicher ein Stadtteil „wirklich" ist.
Quelle: Bundeskriminalamt,
Dunkelfeldforschung / SKiD
(Ergebnisbericht der Welle 2024 dort abrufbar).
Kontext-Marker: offengelegte Worterkennung
Die „Kontext-Marker" auf der Analysen-Seite
entstehen ohne KI durch einfache Worterkennung
(Groß-/Kleinschreibung egal) in Überschrift + Kurzfassung des
jeweiligen Einzelvorfalls. Bewusst nicht im Volltext des
Sammelberichts gesucht – sonst würde z. B. ein „alkoholisiert" aus dem
Nachbarvorfall abfärben. Die vollständigen Wortlisten:
- Alkohol im Spiel: „alkohol…" (z. B.
alkoholisiert, Alkoholeinfluss, Atemalkohol), „Promille",
„betrunken", „Trunkenheit"
- Flüchtig / Unfallflucht: „flücht…" (flüchtig,
flüchtete, Unfallflucht), „geflohen", „floh", „entfernte sich"
- E-Scooter beteiligt: „E-Scooter" (auch
„E Scooter"/„Escooter"), „Elektroroller", „Elektrokleinstfahrzeug"
- Festnahme / Gewahrsam: „festgenommen",
„Festnahme", „Haftbefehl", „Gewahrsam", „verhaftet"
- Zeugenaufruf: „Zeuge/Zeugen/Zeugin",
„Zeugenaufruf", „Hinweise an …"
Gezählt werden Erwähnungen, keine amtlichen Feststellungen.
Da die Kurzfassungen verdichtet sind, sind die Marker eher unter- als
übererfasst.
Häufungs-Hinweis: auffällige Ballungen gleichartiger Vorfälle
Gelegentlich blendet die Karte unten einen Hinweis ein, dass sich
gleichartige Meldungen räumlich und zeitlich auffällig ballen (z. B.
mehrere Pkw-Aufbrüche oder Brände in einem Viertel binnen weniger Tage).
Diese Erkennung läuft vollautomatisch und ohne KI – sie
kennt nur Ort, Zeitpunkt und Kategorie der Pressemeldungen.
Ein Hinweis erscheint nur, wenn alle folgenden
Bedingungen zutreffen:
- mindestens 3 Meldungen derselben Kategorie aus den
Kategorien Einbruch/Aufbruch, Diebstahl, Brand, Sachbeschädigung oder
Raub (klassische Seriendelikte – Telefonbetrug, Verkehrsunfälle,
Vermisste u. Ä. werden bewusst nicht berücksichtigt);
- innerhalb der letzten 14 Tage;
- im Umkreis von rund 1,5 km;
- an mindestens 2 verschiedenen Orten – ein einzelner
Dauer-Brennpunkt (immer dieselbe Adresse) löst bewusst keinen Hinweis
aus.
Wichtig zur Einordnung: „Häufung" heißt nicht
„bestätigte Tatserie". Ob die Fälle tatsächlich zusammenhängen (etwa
dieselben Täter), lässt sich aus den Meldungen allein nicht ableiten – auch
zufällige Ballungen sind möglich. Der Hinweis ist eine neutrale statistische
Beobachtung, keine Warnung vor einer konkreten Gefahr und keine Aussage
über einen Stadtteil. Es gelten dieselben Vorbehalte wie überall hier
(Hellfeld, Auswahl der Pressestelle, ungefähre Orte).
Umkreissuche: Vorfälle in der Nähe eines Ortes
Über „Umkreis um einen Ort" (in den Filtern) lassen sich die erfassten
Meldungen rund um eine Adresse oder den eigenen Standort anzeigen –
chronologisch und mit Entfernung. Dabei gilt:
- Adresse: Die Eingabe wird über
OpenStreetMap/Nominatim
in Koordinaten übersetzt (auf den Großraum Halle begrenzt). Die
eingegebene Adresse wird dazu an OpenStreetMap übermittelt.
- Standort: Der Browser fragt um Erlaubnis und
ermittelt die Position im Gerät. Sie wird nicht gespeichert und
nicht an den Server übertragen; die Auswertung geschieht vollständig im
Browser.
Auch die Einordnung unter der Trefferliste (Anzahl,
häufigste Kategorien, jüngste Meldung, grobe Dichte) wird direkt im Browser
berechnet – ohne KI.
Zur Dichte-Einordnung: Der Vergleich „x-Faches der
durchschnittlichen Meldungsdichte" setzt die Treffer im Umkreis ins
Verhältnis zur mittleren Dichte über das gesamte Stadtgebiet (rund
135 km², inkl. unbebauter Flächen, Wald und Saale). Er ist bewusst
grob: einzelne Brennpunkte oder Kontrollorte (z. B. die
Waffenverbotszone am Riebeckplatz) heben ihn stark an, und es gilt erneut
der Hellfeld-Vorbehalt – keine Meldung im Umkreis bedeutet nicht,
dass dort nichts geschieht.
Bekannte Grenzen der Daten
- Genauigkeit (laufende Handprüfung): Der Betreiber
gleicht die Einträge fortlaufend mit den Originalmeldungen ab. Die
Kategorien sind dabei bislang durchgehend korrekt. Die
Verortung ist in aller Regel straßengenau – Ausnahme: sehr
lange Durchgangsstraßen ohne Hausnummer (siehe nächster Punkt). Fehler
werden bei Auffallen korrigiert; eine formale Stichproben-Quote folgt
mit wachsender Datenbasis.
- Geokodierung streut: Ortsangaben wie „Bereich
Leipziger Chaussee" landen auf einem Näherungspunkt. Uferlagen werden
teils dem Stadtteil „Saaleaue" zugeschlagen – in der Stadtteil-Statistik
ist das entsprechend mit (*) als unsicher markiert.
Lange Durchgangsstraßen (z. B. Merseburger Straße)
werden in den Meldungen oft ohne Hausnummer genannt – dann steht ein
einzelner Punkt stellvertretend für die ganze, kilometerlange Straße.
Solche Treffer sind im Karten-Popup als „ungefährer Ort" gekennzeichnet;
wo genau auf der Straße sich der Vorfall ereignete, geht aus den
Meldungen nicht hervor.
Reine Straßennummern (z. B. „B80", „K2147" bei
Geschwindigkeitskontrollen) beziehen sich auf kilometerlange Durchgangs-
straßen; ebenso Meldungen, die nur „Halle (Saale)" als Ort nennen
(z. B. stadtweite Aktionen). Beide werden gar nicht auf
einen Punkt gesetzt – sonst läge er zufällig im Stadtzentrum. Sie
erscheinen im Bericht-Tab unter „nicht verortbare Meldungen".
- Einzel-Brennpunkte & Kontrolleffekt: Hohe Werte
einzelner Stadtteile beruhen oft auf einem Ort statt auf
flächiger Häufung (etwa die Peißnitz als Festgelände). Orte mit gezielter
Polizeipräsenz – z. B. die Waffenverbotszone am Riebeckplatz –
erzeugen zudem mehr gemeldete Vorfälle, weil dort mehr
kontrolliert wird: ein Kontroll- und Meldeeffekt, nicht zwingend mehr
Kriminalität. Die Stadtteil-Statistik der Karte weist stark von einem
Ort geprägte Bezirke gesondert aus.
- Vorfälle in Bus & Straßenbahn: Nennt die Meldung
keine Straße, aber eine Haltestelle, ordnen wir den Vorfall
näherungsweise dieser Haltestelle zu (im Popup als „Haltestelle …"
erkennbar). Da sich der Vorfall in einem fahrenden Fahrzeug ereignete,
ist der Punkt bewusst ungefähr – meist die Haltestelle, an der die
tatverdächtige Person ausstieg.
- Tippfehler der Pressestelle: Vereinzelt nennen
Meldungen Straßennamen, die es so nicht gibt (z. B. „Hebartstraße"
statt Herbartstraße oder „Kaiserlauterer" statt Kaiserslauterer Straße).
Eindeutige Fälle korrigieren wir über eine kleine, im Quellcode
offengelegte Korrekturliste – nur wenn die gemeinte Straße in Halle
zweifelsfrei existiert. Für einzelne wiederkehrende
Kontrollstellen, die nur mit dem Straßennamen gemeldet werden
(z. B. die Verkehrskontrollen zum Durchfahrtsverbot in der
Dieselstraße), hinterlegen wir – ebenfalls offengelegt – den
punktgenauen, bekannten Ort. Nicht auflösbare Ortsangaben (etwa Vorfälle
außerhalb der Stadt oder im ÖPNV ohne genannte Haltestelle) bleiben
bewusst ohne Kartenpunkt.
- Bundespolizei fehlt: Deren Meldungen (fast
ausschließlich Hauptbahnhof) erscheinen hier nicht – die Gegend um den
Hbf ist also systematisch untererfasst.
- Tatzeiten sind teils ungefähr: Viele Meldungen
nennen Zeiträume („zwischen Freitag und Sonntag") oder gar keine
Uhrzeit; die Analysen weisen das jeweils aus.
- Kleine Fallzahlen: Die Sammlung läuft seit
Mai 2026. Wochen- und Stadtteilvergleiche werden mit wachsender
Datenbasis aussagekräftiger.
Aktualisierung
- Neue Meldungen: stündlich zwischen 7 und 19 Uhr.
- Analysen (Zeitmuster, Trends): täglich früh morgens.
- Wetterdaten (DWD, Station Leipzig/Halle): täglich früh morgens –
die Messwerte hinken systembedingt 1–2 Tage hinterher.
- KI-Wochenrückblick: sonntagabends. Der einzige von
einem KI-Sprachmodell (Claude, Anthropic) formulierte Text der Seite –
auf der Analysen-Seite entsprechend gekennzeichnet, ohne redaktionelle
Prüfung; verbindlich bleiben die Originalmeldungen.
- Datenbestand: seit Anfang Mai 2026, fortlaufend.
Offene Daten: Download & Lizenz
Der komplette aufbereitete Datensatz (alle kartierten Meldungen) steht
als Open Data bereit – täglich aktualisiert, für
Recherche, Lehre und Datenjournalismus:
CSV herunterladen
JSON herunterladen
Lizenz:
CC BY 4.0 – jede Nutzung erlaubt
(auch kommerziell), Bedingung ist die Namensnennung
„halle-crime.de". Datengrundlage der Aufbereitung sind
die öffentlichen Pressemitteilungen der Polizei Sachsen-Anhalt.
Zitiervorschlag:
halle-crime.de: Polizeimeldungen Halle (Saale), strukturierte
Aufbereitung (CC BY 4.0). Datengrundlage: Pressemitteilungen der Polizei
Sachsen-Anhalt, PI Halle (Saale). Abgerufen am [Datum].
Enthaltene Felder: datum, zeit, datum_bis (bei
Tatzeiträumen), kategorie + kategorie_label, gruppe, stadtteil,
lat/lon (auf ~100 m gerundet), headline, bericht_nr, bericht_datum,
bericht_url (Link zur Originalmeldung). Keine Volltexte
oder Zusammenfassungen.
Format-Hinweise: Die CSV
ist Semikolon-getrennt und UTF-8-kodiert (öffnet in deutschem Excel
direkt korrekt). Die JSON-Datei enthält einen meta-Block mit
Lizenz und Stand. Es gelten die oben beschriebenen Grenzen
(KI-Extraktion, Geokodierung) – verbindlich sind die verlinkten
Originalmeldungen.
Quellen
- Polizei Sachsen-Anhalt:
Pressemitteilungen der PI Halle (Saale)
– Datengrundlage aller Meldungen.
- Bundeskriminalamt:
Dunkelfeldforschung / SKiD
– Einordnung von Hellfeld und Dunkelfeld.
- Stadt Halle (Saale), Fachbereich Einwohnerwesen – Abteilung Statistik
und Wahlen: „Halle (Saale) in Zahlen 2021" – Einwohner je Stadtteil
(Stand 31.12.2021), Grundlage der Pro-Kopf-Statistik.
- OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL) – Kartenmaterial,
Geokodierung (Nominatim), Stadtgrenze.
- Deutscher Wetterdienst (DWD):
Climate Data Center, Open Data – Tageswerte
(Höchsttemperatur, Niederschlag) der Station Leipzig/Halle
(Flughafen, Stations-ID 02932; die Stationen im Stadtgebiet liefern
seit 2015 keine Tageswerte mehr). Grundlage der Wetter-Module auf
der Analysen-Seite.
- NOAA Global Monitoring Laboratory:
Solar Calculator – Näherungsformel für
Sonnenauf- und -untergang (Modul „Einbruch & Dunkelheit",
Genauigkeit wenige Minuten).
- Ereigniskalender (Modul „Ereignistage im Vergleich"): kuratierte
Liste – gesetzliche Feiertage Sachsen-Anhalt (§ 2 Feiertagsgesetz
LSA), Schulferien laut
Ferienregelung 2024–2030 des
Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt, Stadtfeste laut
halle.de; HFC-Heimspieltermine
folgen mit dem Spielplan 2026/27.
- Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 für Halle (Polizeirevier
Halle, Pressemitteilung Nr. 76/2026 vom 30.03.2026):
amtliche Jahres-Referenzzahlen –
Grundlage des Moduls „Worüber berichtet die Pressestelle?" auf der
Analysen-Seite.